Philharmonisches Orchester
Heidelberg
Violinistin Janetta Grishchuk; Foto Ludwig Olah

Russische Seele − 4. Philharmonisches Konzert

Lera Auerbach Ikarus
Dmitri Schostakowitsch Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 Es-Dur op. 107
Sergei Rachmaninow Symphonie Nr. 2 e-Moll op. 27

Als »volksfremd und formalistisch« galten viele Kompositionen von Dmitri Schostakowitsch unter der Kulturbürokratie Josef Stalins. Nach Stalins Tod 1953 setzte dann endlich die »Tauwetterperiode« ein – und das »1. Cellokonzert« gilt als Teil der musikalischen Abrechnung des Komponisten mit Josef Stalin. Im Jahr 1959 komponiert, wagt Schostakowitsch hier wieder einige formale und harmonische Experimente – wobei er teilweise auf seine »modernistische Phase« in den 1930er-Jahren zurückgreift: Musik, die Stalin verdammte.
Deprimiert ist Sergei Rachmaninow nach dem Fiasko seiner »1. Symphonie« – an schöpferische Tätigkeit ist nicht zu denken. Erst Hypnosen und eine psychotherapeutische Therapie bringen Besserung. Dann kommt der internationale Erfolg des »2. Klavierkonzerts« – und der Knoten platzt. Auch die »2. Symphonie« von 1908 wird stürmisch gefeiert.
Lera Auerbachs »Ikarus« aus dem Jahr 2006 fordert eine große Orchesterbesetzung – und ein Theremin. Die Theremin-Virtuosin Carolina Eyck spielt das 1919 erfundene Instrument. Mit Handbewegungen aber ohne direkte Berührung werden in einem elektromagnetischen Feld schlanke, sinusartige Töne erzeugt.

Für den erkrankten Stefan Solyom springt kurzfristig der österreichische Dirigent Martin Sieghart ein.