Philharmonisches Orchester
Heidelberg

Karola Obermüller

Karola Obermüller komponiert auf der Suche nach Unbekanntem, mit mehrfach geschichtetem, verrätseltem Material, welches tief eingegraben unter einer Oberfläche liegt, die mal opulent klingt, mal vor rhythmischer Energie strotzt: »hyperkinetische Musik« (NYT). Ihre individuelle kompositorische Stimme begann sich zu formen, als sie als Kind Klangcollagen auf Tonband aufzeichnete. Später absolvierte sie Studien der Komposition in Darmstadt, Nürnberg, Saarbrücken und am Mozarteum Salzburg. Ihr Verständnis von Rhythmus und Form änderte sich grundlegend durch einen Aufenthalt in Chennai und Delhi (Indien), wo sie karnatische und hindustanische Musik studierte. Eine Promotion an der Harvard University führte sie in die USA, wo sie nun an der University of New Mexico eine Professur innehat. Sie lebt und arbeitet ebenfalls in Europa und war Gastkünstlerin am ZKM, an der Deutschen Akademie Rom, am Centro Tedesco di Studi Veneziani, an der Akademie Schloss Solitude und am IRCAM. Zum oft politischen, immer dramatischen Schaffen der mit dem Darmstädter Musikpreis ausgezeichneten Komponistin zählen unter anderem Opernwerke für das Staatstheater Nürnberg, das Theater Bielefeld, das Theater Bonn sowie »Musik der Jahrhunderte« in Stuttgart. Die emotionale Ambivalenz der Handlung inmitten einer szenischen Architektur, die ihre Opernwerke auszeichnet, findet sich ebenfalls in ihrer Konzertmusik, darunter Auftragswerke der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung, des National Endowment for the Arts, der Fromm Music Foundation, der New Music USA sowie zahlreicher Rundfunkanstalten, Solist*innen und Ensembles. Ihre erste Porträt-CD erschien im November 2018 (WERGO/Deutscher Musikrat: Edition Zeitgenössische Musik), ihre zweite Porträt-CD wird 2021 bei New Focus Recordings (NYC) erscheinen.