Philharmonisches Orchester
Heidelberg

Musiktheater

Gerade sein und Mensch werden: Sophie Scholl

Musiktheater von Karola Obermüller

Auftragswerk | Text von Ulrike Schumann

Empfohlen ab 14 Jahren

Am 9. Mai 2021 wäre Sophie Scholl 100 Jahre alt geworden. Anlass, die Vergangenheit und Gegenwart entlang ihrer Biografie und eines Parallelblicks in unsere Zeit zu befragen: Was ist widerständig? Wann ist man bereit, sich gegen Unrecht aufzulehnen und für andere einzustehen? Sophie Scholls Weg in den Widerstand war kein geradliniger. Erst allmählich erkannte sie, wie stark die faschistischen Machthaber die Freiheit des Einzelnen beschnitten und den Weltfrieden brachen. Das System, gegen das sie aufbegehrte, nahm ihr dafür das Leben, nur zwei Jahre, bevor es selbst zusammenbrach.

Karola Obermüller wurde 2021 mit dem Heidelberger Künstlerinnenpreis ausgezeichnet. Ihre facettenreiche Klangsprache eröffnet Räume, die das Wort allein nicht erreichen kann. Die österreichische Regisseurin Magdalena Fuchsberger sucht ebenfalls neue Räume im scheinbar vertrauten Opernrepertoire zu öffnen, sehr erfolgreich unter anderem mit Giuseppe Verdis »Simon Boccanegra« am Theater Hagen und »La traviata« am Volkstheater Rostock.

Eine Einführung der Dramaturgin und Autorin Ulrike Schumann können Sie hier hören:

Termine

Termine ausblenden
Änderungen vorbehalten

Besetzung

Live-Kamera Helen Hosefelder
Toneinspielung Urteil Raphael Gehrmann

Co-Dirigat Johannes Zimmermann/Hanna Pyo
Studienleitung Johannes Zimmermann
Musikalische Einstudierung Rosa Kim, Hanna Pyo, Paul Taubitz, Sena Uto, Johannes Zimmermann
Regieassistenz und Abendspielleitung Isabella Schleger/Christine Arnold
Inspizienz Tilla Foljanty, Christian Schubert
Bühnenbildassistenz Ekaterina Degering
Kostümassistenz Oktavia Zyta Herbst
Kostümhospitanz Ulrike Götzen
Leiterin der Statisterie Nina Pfaff
Erstellung der Übertitel Ulrike Schumann
Übertitelinspizienz Martin Becher, Florian Lang

Technischer Direktor Peer Rudolph
Technischer Produktionsleiter Jens Weise
Bühnenmeisterin Michaela Abts
Leiter der Beleuchtungsabteilung Ralf Kabrhel
Leiter der Tonabteilung Alexander Wodniok
Ton Miloslav Popov, Tobias Schirmann, Sergei Pearse
Leiterin der Kostümabteilung Katharina Kromminga, Kristina Flachs (stellv.)
Gewandmeisterin Damen Dagmar Gröver
Gewandmeisterin Herren Alexandra Partzsch
Chefmaskenbildnerin Kerstin Geiger, Martina Müller (stellv.)
Abendmaske Amelie Broich/Lili Zawierucha
Leiterin der Requisite Lotte Linnenbrügger
Requisite Jürgen Kohl-Wilz, André Nissen, Antonia Ritter
Vorstand des Malersaals Dietmar Lechner
Leiter der Dekorationswerkstatt Markus Rothmund
Leiter der Schlosserei Karl-Heinz Weis
Leiter der Schreinerei Klaus Volpp

 

Bilder


Videos

Gerade sein und Mensch werden: Sophie Scholl

Trailer von Siegersbusch Film

Pressestimmen

  • »Endlich!, möchte man ausrufen«, schreibt Matthias Roth in der Rhein-Neckar-Zeitung (4. Oktober 2021), »Endlich bringt sich die Kunst wieder in Stellung, greift Theater ein ins Denkgetriebe eines gesellschaftlichen Diskurses, der […] mächtig ins Schlingern geraten ist.« Heute leichtfertig gebrauchte Schlagworte wie »Freiheit« und »Widerstand« würden in Obermüllers Musiktheater »vom Kopf auf die Füße gestellt und mit den eigentlichen Bedeutungen gefüllt«. Das »höchst komplexe«, dabei aber »klar und stringent« organisierte Werk sei von Regisseurin Magdalena Fuchsberger »gekonnt in Szene gesetzt«. Dem Rezensenten gefällt auch die Umsetzung der »anspruchsvollen Partitur« mit ihrer »äußerst facettenreichen« Stilistik, allen voran Katarina Morfa in der Titelrolle, die ihrer Sophie »starke Bühnenpräsenz und fast so etwas wie Authentizität« verleihe.

     

    In den Badischen Neuesten Nachrichten (5. Oktober 2021) attestiert Claus Walter Komponistin und Librettistin einen »über weite Strecken vielschichtig-differenzierten Zugang« zur Person Sophie Scholls. Die »vielschichtige, ebenso assoziations- wie zitatreiche Musik« kommentiere die Szene, bilde darüber hinaus eine »Metaebene«, reagiere direkt auf das Libretto − und das Philharmonische Orchester Heidelberg leiste unter Dietger Holm »Beachtliches«. Anerkennung spricht der Rezensent auch Regie und Ausstattung für die »sensible, höchst differenzierte Inszenierung« und die »atmosphärische Genauigkeit« aus. Das »hervorragende Ensemble« werde von Katarina Morfa in der Titelrolle mit »singdarstellerischer Genauigkeit« und »erstaunlich[er] Wandlungsfähigkeit« angeführt.

     

    »In seiner räumlichen Vielschichtigkeit und Verschachtelung« gerate der Abend »fast zu einem Amalgam aus epischem Theater in Brecht-Manier und modernem Agitprop für Akzeptanz, Freiheitskampf und multikulturellen Humanismus«, meint Stefan Dettlinger im Mannheimer Morgen (4. Oktober 2021). Obermüllers Musik werde durch das Ensemble »in großartiger Manier über die Rampe« gesungen und gebracht und auch gesprochene Passagen seien »exzellent gelöst«. »Spannend« sei der Abend, die Botschaft zähle, und: »Dirigent Dietger Holm macht einen guten Job. Es klingt gut. Das Uraufführungspublikum feiert«, konstatiert der Rezensent.