Philharmonisches Orchester
Heidelberg
Violinistin Sabina Bunea; Foto Ludwig Olah

Konzert

Die Liebe und das Meer

2. Philharmonisches Konzert

Richard Wagner Tristan und Isolde: Vorspiel und Isoldes Liebestod
Ernest Chausson Poème de l’amour et de la mer op. 19
Claude Debussy La Mer

Revolution in vier Noten: Im Vorspiel meldet er sich zuerst, dieser merkwürdige Akkord. Fast aus dem Nichts kommt er, eine kleine Bewegung nur in den Celli, dann die Holzbläser – vier Töne, die die Frage aufwerfen, wie es wohl weitergeht. Der berühmte »Tristan-Akkord« bestimmt die gesamte Tonalität von Richard Wagners Oper »Tristan und Isolde«. Harmonisch steht sie nicht mehr auf festen Füßen und wird somit zum Vorreiter der Atonalität im 20. Jahrhundert.
Von Wagners Musik beeinflusst war auch Ernest Chausson, wie dessen »Poème de l’amour et de la mer« auf Texte von Maurice Bouchor deutlich zeigen: das opulente Orchester, die Führung der Singstimme, die deutlich an »Tristan und Isolde« angelehnt ist.
»Sie wissen vielleicht nicht, dass ich der schönen Laufbahn eines Seemanns bestimmt war, und dass nur die Zufälle des Lebens mich davon abgebracht haben«, schreibt Claude Debussy. »La Mer« hatte von Anfang an einen besonderen Stellenwert im Schaffen des Impressionisten. Mit seinen Instrumentalfarben und ineinanderfließenden Tönen gilt es als eines der wichtigsten Orchesterwerke des 20. Jahrhunderts.