Philharmonisches Orchester
Heidelberg
Foto Annemone Taake

Heribert Germeshausen

begann seine Theaterlaufbahn als Musiktheaterdramaturg 2004 am Theater Koblenz und bei den Salzburger Festspielen unter der Intendanz von Peter Ruzicka. 2005 wurde er federführend mit dem Buchprojekt der Salzburger Festspiele »Mein Mozart« betraut. Ebenfalls 2005 gewann er für die Konzeption eines spartenübergreifenden Ballett-/Musiktheaterprojektes am Theater Koblenz einen Förderpreis der »Akademie Musiktheater heute«, der er als Stipendiat der Sparte Intendanz/Kulturmanagement von 2003 bis 2005 angehörte. Nach einem Intermezzo bei einer internationalen Sängeragentur wechselte er im Januar 2008 als Musiktheaterdramaturg an die Oper Bonn. Seit August 2009 wirkte er als Operndirektor und Leitender Musiktheaterdramaturg am Anhaltischen Theater Dessau. Bereits nach dem ersten Jahr seiner Tätigkeit wurde die Opernsparte des Anhaltischen Theaters aufgrund eines gleichermaßen gesanglich-musikalisch wie inszenatorisch hohen Niveaus für Spitzenplätze in mehreren bundesweit bedeutsamen Rankings nominiert (u. a. 1. Platz in der Rubrik »Ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits großer Theaterzentren« in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift »die deutsche bühne«). Die Eröffnungspremiere Lohengrin (Regie Andrea Moses) erhielt eine Nominierung für den Theaterpreis »Der Faust«.

Seit der Spielzeit 2011|12 ist Heribert Germeshausen Operndirektor am Theater und Orchester Heidelberg und Künstlerischer Leiter von Winter in Schwetzingen. Unter seiner Leitung erfolgt inhaltlich eine erfolgreiche Neuausrichtung des Winter in Schwetzingen auf in Deutschland bisher nicht aufgeführte Werke der Opera napoletana wie Nicolò A. Porporas Polifemo oder Alessandro Scarlattis Marco Attilio Regolo, der eine der meist genannten Wiederentdeckungen der Jahresumfrage 2012 der Fachzeitschrift »Opernwelt« war. Neben der Barockmusik wird zeitgenössischer Musik ein besonderer Stellenwert im Heidelberger Opernspielplan eingeräumt. Hier geriet unter anderem 2013 die erste Neuinszenierung von Wolfgang Rihms Dionysos seit der Uraufführung bei den Salzburger Festspielen zu einem weithin beachteten Erfolg bei Publikum und Presse. Vom letzterem zeugen neben dem internationalen Presseecho und zahlreichen Nennungen in der Jahresumfrage der »Opernwelt« auch die Nominierung für den deutschen Theaterpreis »Der Faust« für das damalige Ensemblemitglied Sharleen Joynt als beste Sängerin für die Partie der Ariadne. Zudem gewann 2013 das Heidelberger Theater zusammen mit dem Theater Freiburg in der Rubrik »Ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits großer Theaterzentren« die Kritikerumfrage der Fachzeitschrift »die deutsche bühne«.

2014|15 wird die Opernsparte des Heidelberger Theaters mit einem der renommiertesten deutschen Theaterpreise ausgezeichnet, dem »Preis der Deutschen Theater- und Medienverlage 2014«. Der Preis wird für den »spannendsten und innovativsten Spielplan der Saison 2014/2015« verliehen. Aus der Begründung: »Unter der Leitung des Operndirektors Heribert Germeshausen, der auch für die Barock-Produktionen im Rokokotheater Schwetzingen verantwortlich zeichnet, hat die Sparte Oper des Heidelberger Theaters ein unverwechselbares Profil gewonnen, das durch große Entdeckerfreude, durch überlegten Umgang mit dem Repertoire und eine vorbildliche Ensemblepflege überzeugt.« Zu den Höhepunkten dieser Spielzeit zählten neben einer sängerisch glanzvollen Neuinszenierung von La Traviata, in der Shootingstar Lahav Shani sein Debüt als Operndirigent gab, insbesondere eine Neuinszenierung von Niccolò Jommellis Fetonte anlässlich des 300. Geburtstags des Komponisten sowie die Uraufführung von Johannes Harneits Opern Abends am Fluss/Hochwasser in der Regie von Peter Konwitschny, ein Opernprojekt, das 100 Jahre deutsche Geschichte von der Ermordung Rosa Luxemburgs bis zum Konsumrausch der Nach-Wende-Zeit abbildet und das mit einem zweitägigen hochkarätigen Symposion zum zeitgenössischen politischen Musiktheater verbunden war.

Heribert Germeshausen ist regelmäßig Jury-Mitglied bei wichtigen Gesangswettbewerben, u. a. beim »Internationalen Gesangswettbewerb für Barockoper Pietro Antonio Cesti« der »Innsbrucker Festwochen der Alten Musik«.