Pressestimmen

8. Philharmonisches Konzert

Zum Saisonende habe das Philharmonische Orchester Heidelberg das Publikum − dem Simon Scherer in der Rhein-Neckar-Zeitung (02.06.2017) eine »besondere Verbundenheit« zu seinem Orchester attestiert − noch einmal »begeistert von ihren Stühlen springen« lassen. Die Gesamtstimmung bei Mahlers 5. sei die von »herrlich dick aufgetragenem«, »strahlendem Optimismus« gewesen. Die »stärksten Momente« von Grandys Dirigat erlebte der Rezensent in den »empfindsamen Streicherweisen«, die der Dirigent »diskret und unglaublich sensibel« geleitet habe, so auch in der »Sternstunde« des Adagiettos: ein »spieltechnischer Höhepunkt« mit »himmlischem Pianissimo«. Ein Extra-Lob habe sich auch die Solohornistin mit ihrem »wunderbar bedeutungsschweren Klang« verdient.
Mit »unbeschwerter Leichtigkeit« habe sich das Orchester bereits mit der »Pariser Symphonie« als »aufgeweckter Klangkörper« präsentiert.

7. Philharmonisches Konzert

Von ein »paar Stunden Spanien« berichtet Simon Scherer in der Rhein-Neckar-Zeitung (05.05.2017), denn die Kompositionen von Andrés Gaos und Antón García Abril hätten unter der Leitung von Gastdirigent Eduardo Portal reichlich Lokalkolorit entfaltet und ein »ausgesprochenes Faible« des Orchesters für das »spanische Flair« offenbart. Mit »warmherzigem Bratschenklang« und »sichtlich gerührt« habe sich »Publikumsliebling« Nils Mönkemeyer nach zwei Jahren als Artist in Residence von seinem Publikum verabschiedet. Ein »echte Glanznummer« habe das Philharmonische Orchester Heidelberg schließlich mit Berlioz’ Symphonie fantastique abgeliefert: »Hoch konzentriert« hätten die Musiker die Sinfonie »in all ihren stilistischen Facetten auseinandergenommen« und ein »glitzerndes Spektakel« entfacht.

6. Philharmonisches Konzert

»Wunderbar ausbalanciert« überschreibt der Mannheimer Morgen (08.04.2017) die Rezension von Eckhard Britsch, der ein »musizierfreudig-sprühend serviertes Programm« hörte. »Auffällig schön« sei Schumanns Klavierkonzert mit dem Solisten William Youn zur »allseitigen Begeisterung« geglückt, »sehr plastisch« die Gestaltung der »Meeresbrandung« des jungen Komponisten Sven Daigger. »Souverän ausmusiziert« schließlich die Brahmssinfonie, in der Mario Venzago und das Philharmonische Orchester Heidelberg, zwischen denen der Hörer »große Sympathie« spüre, sich ganz in »ihrem Element« zeigten, mit schöner Balance zwischen wechselnden Stimmungen und Klangfarben sowie »wacher Spiellaune« und »bemerkenswert guten Instrumentengruppen« des Orchesters. Zum Abschluss habe das Orchester es »krachen« lassen mit der »pathetisch-süffigen« Finlandia.

 

Für die Rhein-Neckar-Zeitung (07.04.2017) schreibt Simon Scherer, William Youn habe das Klavierkonzert mit »hoch emotionalem Zugriff« präsentiert. Zwischen Dirigent und Philharmonischem Orchester sei ein »enger Draht« zu spüren gewesen; zu »wahrer Hochform« sei das Orchester in Sibelius‘ symphonischer Dichtung aufgelaufen: »Kaum mehr in Schach zu halten war deren bis zum zerberstenden Gemetzel auflaufendes Temperament.«

4. Philharmonisches Konzert

Die »Impression des Augenblicks« und das »Spiel mit dem Klang« sah Simon Scherer als roten Faden des Programms, wie er in der Rhein-Neckar-Zeitung (20.01.2017) ausführt. Bei Debussy als »friedvolle Eindrücke«, als »zunehmend verwunschen« anmutende »homogene Klangfläche« mit »behutsamem Taktschlag« des GMD Elias Grandy; bei Sadikovas Cello-Konzert als »extreme Aggressionen, welche die Musik schufen, da sich die groß besetzten Philharmoniker von der ersten Sekunde an in ein wahrhaft zerstörendes Getöse stürzten«. Mit »beispiellosem Einsatz« und »unbeirrtem Willen« hätten Solist Julian Steckel und das Orchester das »komplette Spektrum an Klangerzeugnissen ausgeschöpft«. Bei Mussorgsky habe der Dirigent »höchst akribisch« und »punktgenau« auf alle Effekte der einzelnen Bilder hingearbeitet; sein »sensibles Fingerspitzengefühl« habe sich auf jeden einzelnen Instrumentalisten übertragen – zum Finale habe die »Klangpracht nicht strahlender sein können«.

2. Philharmonisches Konzert

Weinbergs »gestische, erzählende Musik« erleichtere dem Hörer das Verstehen, »besonders, wenn sie so lebendig gespielt wird wie vom Heidelberger Orchester unter Mirga Gražinytė-Tyla«, die vom Pult aus die »Musiker zu Höchstleistungen« angespornt habe – so der Mannheimer Morgen (host, 28.10.2016). Mozarts Violinkonzert, ein »Werk von unbegreiflicher Schönheit«, habe auch von der Solistin profitiert, die das Publikum mit »wunderbar schönem, blitzsauberem Ton« habe beigeistern können. Bei Haydn habe die Dirigentin die dynamischen Kontraste des Werkes »radikal ausgereizt«, mit »immer wieder überraschenden Wirkungen«: »Joseph Haydn, ein Meister der musikalischen Überraschung, hätte seine Freude daran gehabt.«

 

»Das hatte absolutes Weltformat, und das Heidelberger Publikum lag ihr zu Füßen« – so das Fazit von Matthias Roth in der Rhein-Neckar-Zeitung (28.10.2016). In diesem Konzert habe das Publikum staunen können: nicht nur über die Leistung der Dirigentin und die wenig bekannte Musik sondern »vor allem über das Philharmonische Orchester, das den ganzen Abend mit wirklich großen Solieinlagen brillierte«. Schostakowitsch habe Mirga Gražinytė-Tyla »mit schroffen Wechseln zwischen juvenilem Aplomb und plötzlich unsagbar tiefgehendem Seelenschmerz interpretiert«; sie halte jederzeit »alle Fäden in der Hand«, habe aber auch »eine klare Vorstellung« von den Werken und könne diese offensichtlich vermitteln, dazu komme eine »körperliche Präsenz am Pult, eine Körpersprache, die jeden Musiker auf der Stuhlkante sitzen lässt«. Lob gibt es vom Kritiker auch für Artist in Residence Lena Neudauer, die ihrer Geige »zarteste und betörend saubere Töne auch in hoher Lage« entlockt und Mozart »delikat und anrührend« interpretiert habe.

1. Philharmonisches Konzert

»Voller Elan« habe William Youn sein Spiel bei Tschaikowskys 1. Klavierkonzert eröffnet, habe sich dann »tief hineinversenkt in die innig gestalteten ruhevollen Momente« und sich mit dem Dirigenten »völlig eins gewusst«, so berichtet Rainer Köhl in der Rhein-Neckar-Zeitung (30.09.2016). »Passioniert wie konzentriert« hätten die Philharmoniker musiziert, sich bis zur finalen Chaconne bei Brahms zu »Hochform« gesteigert: »Große Verdichtungen schürte Grandy, beugte sich immer wieder tief nach unten, um alles herauszuholen aus diesem Brahms, der mitunter fast explodierte vor Glut und Leidenschaft. Großer Beifall und Bravi am Ende für den GMD und das Orchester.«