

PREMIERE: Samstag, 10.04.2010 19.30 Uhr Opernzelt
Richard Strauss
SALOME
Drama in einem Aufzug
Regie Aurelia Eggers
Dramaturgie Tina Hartmann
Musikalische Leitung Cornelius Meister
Philharmonisches Orchester Heidelberg
Judäa um 30 nach Christus. Eine junge Prinzessin versucht, aus einer Welt auszubrechen, in der Frauen nur Objekte sind. Alles ist käuflich. Ihr Stiefvater König Herodes verspricht ihr das halbe Reich für einen Tanz. Die Mutter reagiert mit Eifersucht auf die Tochter.
Von allen Seiten bedrängt, stürzt sich Salome auf den Einzigen, der sie nicht begaffen möchte: den misogynen Propheten Jochanaan. Doch der weist sie ab. Plötzlich willigt Salome ein, für Herodes zu tanzen.
Doch was ein Akt der Befreiung hätte werden können, schreibt nur das ewige Tauschgeschäft von Macht und Gewalt weiter: Als Lohn fordert Salome das Haupt des Jochanaan auf einem Silbertablett.
Strauss erstellte 1904 eigenhändig das Libretto als Strichfassung von Oscar Wildes 1891 in französischer Sprache erschienener Tragödie. Die Oper pointiert die Handlung im Kontrast zwischen Jochanaans kirchentonalen Gesängen und Salomes ekstatischem Schleiertanz-Lied.
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Aurelia Eggers liest Oscar Wildes Text klug als psychologisches Drama einer Pubertierenden.
Von Anfang an spielt sich dabei alles in der Öffentlichkeit einer Gesellschaft ab, die zeitlos scheint und sich immer komplett im Bühnenhalbrund von Stephan Mannteuffel herumlümmelt.
Alles ist hell erleuchtet, und ein großer Glaskubus, der sich auch bewegen lässt, steht in der Mitte: öffentlicher Schaukasten und intimes Areal, sowohl Kerker geheimer erotischer Wünsche wie auch Sandkasten zur Schau gestellter Macht und inniger Gefühle.
Hier bleibt nichts verborgen, sagt uns die Regisseurin, das ist das Problem der heutigen Gesellschaft – vor allem der Jugend.
Rhein-Neckar-Zeitung, 12.4.2010, Matthias Roth
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Das über sich hinauswachsende Philharmonische Orchester meint immer den Spätromantiker Richard Strauss, der verlockende Zwischentöne, orientalische Schwüle und Süße zu sinnlicher Pracht hochzüchtet. Justine Viani erlebt ihre erste Salome im Bravo-Jubel. Ihre wagemutig kalkulierten Sopranschärfen und ihr beherrschtes Hineingleiten in den üppigen Wärmestrom der Musik bezeugen, dass sie eins geworden ist mit dieser Partie.
Von Debütantinnen-Nervosität keine Spur. Dem pubertären Ansturm der Salome kann Peter Felix Bauer als Gotteseiferer Jochanaan mit erdenschwerem Bariton Paroli bieten.
Carolyn Franks Mezzosopran erhebt die Herodias zur respektablen eisernen Lady, und der Tenor von Winfrid Mikus erlaubt es dem Herodes, seinen krankhaften Schwachsinn tatsächlich auszusingen, statt - wie oft gehört - herauszuschreien. Der angenehm heldische Tenor von Emilio Pons sichert dem unglücklichen Hauptmann Narraboth gesteigerte Aufmerksamkeit.
MANNHEIMER MORGEN, 12.4.2010, Monika Lanzendörfer
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Hervorzuheben ist auch die Rollenbesetzung insgesamt, hier passte jede Stimme zum Charakter des Dargestellten. Das gesamte Ensemble wirkte beeindruckend sicher, als stände es schon seit Wochen mit Salome auf der Bühne.
Schauspielerisch war es hervorragend aufeinander abgestimmt, keine der Rollen stach heraus. Den Akteuren gelang es ohne Anstrengung in einem harmonischen Gesamtbild zu agieren und zeigte auch im Zusammenspiel mit dem Orchester genauste Präzision und viel Feingefühl.
Cornelius Meister leitete das Orchester mit kraftvoller Dynamik und führte es dabei zu erstaunlich differenziertem Klangreichtum. Er präsentierte eine konzentriert bis ins Feinste zugespitzte Musik, wobei es ihm gelang, die Sänger mit der Präsenz des Orchesters dennoch nicht zu erdrücken, sondern sie vielmehr stützend ins Rampenlicht zu stellen.
Mit dieser in sich geschlossenen und beeindruckenden Darbietung wurde die Premiere von Salome zu einem großen Erfolg. Das Publikum honorierte diese gelungene Aufführung mit stürmischem und ausgiebigem Applaus und bedachte sowohl die Sänger als auch das Orchester mit begeisterten Bravorufen.
Operapoint, 11.4.2010, Pia- Aatonia Lai
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