A R C H I V 2009|2010: 4. Familienkonzert

Sonntag, 07.03.2010 11.30 Uhr Opernzelt

 

 4. Familienkonzert

DER KOMPONIST IST TOT

 


Musik von Nathaniel Stookey


Text von Lemony Snicket

 
Szenische Einrichtung Annette Büschelberger
Sprecher Dominik Knapp
In Zusammenarbeit mit dem ZWINGER3

Dirigent Dietger Holm
Philharmonisches Orchester Heidelberg

 

 

Der Komponist ist tot – aber wer hat ihn umgebracht? Haben die Kontrabässe ein Alibi? Haben die Fagotte ein Motiv? Wären die Flöten zu einer solchen Gewalttat fähig?

Das Team vom ZWINGER3 macht sich auf die schwierige Suche nach dem Mörder – und findet ihn an unerwarteter Position!
Nach Art eines klassischen englischen Krimis überprüfen Autor Daniel Handler alias Lemony Snicket und Komponist Nathaniel Stookey die Verdächtigen, vergleichen Alibis und schränken den Kreis der Beschuldigten ein. Britischer Humor vom Feinsten – und gleichzeitig eine unterhaltsame Einführung in die Instrumentationskunde!

Sprecher Dominik Knapp vom ZWINGER3 und Dirigent Dietger Holm setzten den witzigen Kriminalfall mit der Musik von Nathaniel Stookey in Szene. Annette Büschelberger hat den Text von Lemony Snicket dafür eigens neu eingerichtet.

Geeignet ist das Konzert für Kinder ab 6 Jahren. Auch ältere Kinder und junge Erwachsene werden viel zu lachen haben!

 

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Kleine Instrumentenkunde
„Der Komponist ist tot“ beim 4. Familienkonzert in Heidelberg


Dominik KnappHinter dieser Komposition steckt mal wieder eine kleine Instrumentenkunde. Nicht  ohne Grund umschreibt sie Daniel Handler, der Autor des ihr zugrunde liegenden Textes – er ist unter dem Pseudonym Lemony Snicket in den USA ein angesehener Kinderbuchverfasser – „Peter und der Wolf treffen auf Gesetz und Ordnung“. Der Liebhaber klassischer Musik bekennt zugleich, dass er seine Inspiration seinem häufigen Krimi-Konsum verdankt, denn auch am Anfang von „Der Komponist ist tot“ steht ein Todesfall.

So trat der Ermittler beim 4. Heidelberger Familienkonzert im gut besuchten Theaterzelt mit Leichenbittermiene und schwarzem Totenkranz auf. Diese Sprecherrolle erfüllte Dominik Knapp vom zwinger3-Team, dessen Leiterin Annette Büschelberger die szenische Einrichtung übernommen hatte, mit geschmeidiger Versiertheit und vorbildlicher Artikulation. Er hatte die kurzweilige Aufführung über unentwegt zu tun, denn er verdächtigte jeden aus dem Orchester, befragte die verschiedenen Instrumentengruppen von den Streichern bis zum Schlagwerk nach ihren Alibis und stocherte bis zum Ende im Nebel. Komponist Nathaniel Stookey hat zu dieser originellen Tätersuche eine Musik geschrieben, die alle Stile vorführt von Trauerakkorden, schwermütigen Akkorden und einem beschwingten Walzer zu Beginn bis zu knappen WerkZitaten von Mozart, Beethoven, Schubert bis zu Tschaikowsky, Strawinsky, Schönberg.

Dirigent Dietger Holm, der manchmal auch darstellerisch gefordert war, denn auch er erschien verdächtig, motivierte das Philharmonische Orchester zu animiertem Spiel, und die jungen Zuhörer lernten dabei die eleganten Flöten – diese imitierten einmal sirenengleich Vogelstimmen – ebenso kennen wie die etwas lächerlich gemachten Bratschen oder Hörner und das tiefe Blech, das sich gemeinsam mit dem Schlagzeug immer dann gefordert sah, wenn vom Tod des Komponisten die Rede war. Leider erklangen jeweils nur kurz Fetzchen. Kleine Gags ergänzten das musik-detektivische Spiel, bis zum Abschluss der Satz fiel „Wer etwas Aufregendes sucht, findet's im Orchester.“ Der Schlussapplaus war herzlich, und die jungen Besucher durften sich dann die Instrumente noch von der Nähe ansehen.

Heide Seele, RNZ, 08.03.2010

Fotos von den "Nachuntersuchungen" (zum Vergrößern bitte anklicken)

Fotos: Robert Schweizer und Sabine Georg

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