

Donnerstag, 31.12.2009 18.00 Uhr Stadthalle Heidelberg
Freitag, 01.01.2010 18.00 Uhr Opernzelt
Ludwig van Beethoven
SYMPHONIE NR. 9 d-Moll op. 125
Sopran Hye-Sung Na
Alt Carolin Frank
Tenor Winfrid Mikus
Bariton Gabriel Urrutia Benet
Opernchor- & Extrachor des Theaters & Philharmonischen Orchesters, Heidelberger Chöre
Dirigent Cornelius Meister
Philharmonisches Orchester der Stadt Heidelberg
Mitwirkende und Publikum des SILVESTERKONZERTS 2008 wünschten sich eine Wiederholung des spektakulären Konzerts, das Mitglieder unterschiedlichster Heidelberger Chöre unter der Utopie „Alle Menschen werden Brüder“ zusammenbrachte.
Unter der Leitung des Heidelberger Generalmusikdirektors erklingt „Die Neunte“ gleich zweimal zum Jahreswechsel: am Silvesterabend in der STADTHALLE, zu Neujahr im OPERNZELT.
Zum SILVESTERKONZERT der letzten Spielzeit schrieb die Presse: „Bestens vorbereitet und bestechend homogen sang die große Chorgemeinschaft aus etlichen Heidelberger Chören (darunter Mitglieder des Bachchors, Studentenkantorei, Chorgemeinschaft St. Raphael, Camerata Vocale, Theaterchor, Kantorei der Friedenskirche bis zum Sängerkranz der Bäcker-Innung).
Wie auf Bestellung knallten draußen vor der STADTHALLE ein paar kräftige Böller mitten in die Generalpause vor dem Beginn des Schlussabschnitts‚ Freude, Tochter aus Elysium‘, und dieser Schluss geriet denn auch absolut berauschend, alles mitreißend – ein brennend ausgeteilter ‚Kuss der ganzen Welt‘“ (Rhein-Neckar-Zeitung).
Einen kleinen Vorgeschmack bekommen Sie, wenn Sie links auf den VIDEO-CLIP klicken!
Sehen und hören Sie hier einen kurzen Ausschnitt aus dem Silvesterkonzert 2008 in der Stadthalle Heidelberg am
31. Dezember 2008. Mehr Informationen zu diesem Konzert finden Sie im >> ARCHIV
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Freude, feuertrunken
Beethovens „Neunte“ beim Silvesterkonzert in der Stadthalle Heidelberg –
Ein berauschendes Fest
Der Silvesterabend und der Neujahrstag sind die passende Zeit, um Rück schau auf Vergangenes zu halten und einen Vorausblick auf Künftiges zu wagen. Eben dies leistete Ludwig van Beethoven rein musikalisch in seiner 9. Sinfonie. Dies zumal in der großen Einleitung des Finalsatzes: Erinnerungen an die vorausgegangenen Sätze und Anklingen lassen der kommenden großen Themen. Doch längst nicht nur das ist ausschlaggebend dafür, dass man dieses Werk zu dieser Zeit besonders gerne zur Aufführung bringt.
Der Verbrüderungsgedanke in der finalen Vertonung von Schillers „Ode an die Freude“ ist eine starke Botschaft, für die man an Neujahr besonders empfänglich sein mag. Cornelius Meister brachte die „Neunte“ mit dem Philharmonischen Orchester Heidelberg gleich zweimal zur Aufführung: am Silvesterabend in der Stadthalle und an Neujahr im neuen Opernzelt.
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Durch Nacht zum Licht", das ist die kompositorische Grundidee von Beethovens 9. Sinfonie, ein Gedanke, der als klingendes Motto zum Jahreswechsel besonders willkommen ist. Das Finale mit seiner Botschaft der Freude ist das große Ziel dieser Sinfonie, und den Weg dort hin setzte der Heidelberger GMD mit seinen Philharmonikern bestechend um, baute eine starke Dramaturgie auf. Ungemein wuchtig und prägnant, mit hart aufgepeitschten Akzenten ertönte der nachtfinstere Kopfsatz, eruptiv und unerhört energetisch.
Hochmotiviert und in Bestform musizierten die Philharmoniker, deren Spiel richtiggehend brannte vor Einsatzwillen und Energie. In starkem Kontrast zu dem kantig Aufgewühlten ertönte die wundersam gesanglich formulierte Lyrik, welche insbesondere die Violinen herrlich hingebungsvoll ausgestalteten.
Dass der Beginn der Coda im Grunde ein Trauermarsch ist, konnte man in dieser Deutung besonders eindrucksvoll erleben. Eine finster pulsierende Maschinerie setzte Cornelius Meister mit dem Scherzo in Gang, bei erregend und sehr präzise durchpeitschten Rhythmen. Das war ungemein mitreißend, ebenso finster entschlossen wie lustvoll.
Schwelende Spannungen schürte Meister in den Pianissimo Passagen, bevor diese zum Fortissimo hochgesteigert wurden. Und das Trio ertönte in der musikantischen Elastizität der Bläser ganz und gar hinreißend.
Zu einem großen, ruhigen und weit ausschwingenden Hymnus wurde der langsame Satz geformt, ebenso beseelt gesanglich wie emphatisch in den heroischen Abschnitten. Cornelius Meister leitete das große Werk ebenso planvoll generalstabsmäßig wie von spontaner Musizierlust reich erfüllt. Und er beleuchtete abso lut erhellend die Entwicklungen dieser Sinfonie. Aus dem Trauermarsch am Ende des Kopfsatzes wurde im Finale ein siegesgewisser Freudenmarsch, der „feuer trunken“ alles mitriss.
Ein berauschendes Freudenfest inszenierte der Dirigent in diesem Finale, das am Ende mit mächtig Dschingdarassabumm der Schlagzeuger euphorisch hochgedreht wurde. Mit weitgespannter Dynamik zwischen Pianissimo und Fortissimo, starken Beschleunigungen und jähen Tempowechseln brachte Meister eine ungeheure Spannung hinein. Das war weiß Gott keine pauschale und konventionell abgefeierte Vorstellung, sondern eine Aufführung, die immerzu brannte in ihrem hohen Engagement und ihrer bedingungslosen Leidenschaft.
Bestens vorbereitet und homogen sang die große Chorgemeinschaft aus etlichen Heidelberger Chören (darunter der Theaterchor und Camerata Vocale), sie entwickelte sonore Kraft. Die Gesangssolisten Hye Sung Na, Carolyn Frank, Reginaldo Pinheiro und Gabriel Urrutia Benet erfüllten ihre virtuosen Parts hoch engagiert und klangstark.
Rainer Köhl, RNZ, 4.1.2010
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