

Fotos von den Abrissarbeiten der Städtischen Bühne sehen Sie unter folgendem Link: Fotos >> Elsa Becke
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800 kamen, der Saal war überfüllt – alle wollten dabei sein!
Am Sonntag, 12. Juli 2009, nahmen die Heidelberger Bürger und die Heidelberger Theaterleute Abschied von ihrer Städtischen Bühne, die ab diesem Sommer für drei Jahre saniert wird.
In dieser Zeit wird nicht nur renoviert, sondern es entstehen neben dem denkmalgeschützten historischen Saal auch noch ein zusätzlicher völlig neuer Zuschauerraum und eine neue Bühne, neue Foyers und neue Arbeitsplätze für die Beschäftigten.
Die über 50 Millionen Euro kostende Sanierung war notwendig geworden, nachdem das Heidelberger Theater vor drei Jahren, bundesweit Aufsehen erregend, wegen Sicherheitsmängeln vorrübergehend geschlossen werden musste.
In einer beispielhaften Spendenaktion wurden danach 16 Millionen Euro gesammelt, um die Theatersanierung, die das Haus für die kommenden Jahrzehnte zukunftssicher machen wird, auf den Weg zu bringen. Den Rest des Geldes bringt die Stadt auf.
Bereits Stunden vor der Abschiedsfestveranstaltung sammelten sich lange Schlangen vor dem Theater – am Ende wollten fast doppelt so viele Zuschauer, als das Theater Sitzplätze hat, am einzigartigen Ereignis teilnehmen.
Um niemanden nach Hause schicken zu müssen, wurden die Saaltüren weit geöffnet und die Zuschauer umrundeten den Theatersaal in den historischen Foyers – über 800 waren es schließlich, wird geschätzt.
Der Festakt selbst war eine bewegende Veranstaltung der besonderen Art. Die Sänger des Ensembles nahmen mit den Arien Abschied, mit denen sie am Haus vorgesungen hatten oder ihre größten Erfolge feierten. In sehr persönlichen Worten erklärten Sie die Bedeutung ihres jeweiligen Beitrags.
Höhepunkt und Abschluss bildete Wagners „Tannhäuser“-Ouvertüre unter Leitung von Generalmusikdirektor Cornelius Meister.
Ein Probedirigat des „Tannhäuser“ hatte dem damals 24-Jährigen vor fünf Jahren sofort die Herzen der Belegschaft und der Findungskommission geöffnet und ihn über Nacht zum jüngsten Generalmusikdirektor Deutschlands gemacht.
Die Zuschauer dankten den Künstlern mit Standing Ovations und verabschiedeten sich vom Gebäude mit einem nicht enden-wollenden fast halbstündigen Applaus...
...wie sie ihn bereits am Vortag bei der vorerst letzten Vorstellung am gleichen Ort gespendet hatten – für den Bob-Dylan-Abend mit dem passenden Titel "The Times They Are A Changin". Diese Inszenierung, die erfolgreichste der Städtischen Bühne in den letzten Jahren, war auch der Abschied von Schauspieldirektor Axel Preuß – und während des Festakts wurde Operndirektor Bernd Feuchtner verabschiedet. Denn nach dem Sommer beginnt das Theater nicht nur an neuen Orten – einem OPERNZELT und einem THEATERKINO – sondern auch mit einer völlig neuen Führungsmannschaft. Auf die Zuschauer wartet dann ein aufregendes Programm mit außergewöhnlich vielen Uraufführungen, Großer Oper und Filmstoffen auf der Theaterbühne.
Der Abschied von der gewohnten Arbeitstätte war für die Mitarbeiter des Theater jedoch weniger ein schmerzliches Erlebnis, als ein glückliches.
Die Perspektive auf das sanierte Theater ließ viele Herzen höher schlagen wie auch die Neugier auf die neuen, außergewöhnlichen Interims-Spielstätten. Darüber hinaus heißt es jetzt, einen Umzug von 300 Mitarbeitern und weiteren 100 Gästen in kürzester Zeit zu bewältigen.
Die neuen Spielstätten werden Anfang Oktober eröffnet – das THEATERKINO mit der Uraufführung der Theaterfassung von Fellinis Meisterwerk „8 ½“ am 01.10.09 und das OPERNZELT mit der „Zauberflöte“ in der Regie des Ring-Award-Gewinners Tobias Kratzer sowie der musikalischen Leitung von GMD Cornelius Meister am 07.10.09.
In drei Jahren soll die Sanierung beendet sein; voraussichtlich im Oktober 2012 wird die Heidelberger Städtische Bühne dann feierlich wiedereröffnet.
Schauen Sie sich auch den Beitrag des >> RNF (Rhein-Neckar-Fernsehen) an!
Fotos: Monika Schweizer, AP Zahner, Robert Schweizer