Philharmonisches Orchester
Heidelberg
Probenfoto von Sebastian Bühler

Musiktheater

Faust (Margarete)

Oper von Charles Gounod mit Texten aus Elfriede Jelineks FaustIn and out

    PremiereFr 16.03.2018, 19.30–22.10 Uhr, eine Pause 18.45 Uhr Einführung Marguerre-Saal+

Libretto von Jules Paul Barbier und Michel Florentin Carré, nach Carrés Drame fantastique Faust et Marguerite (1850) und Faust. Der Tragödie erster Teil (1806) von Johann Wolfgang von Goethe in der Übersetzung von Gérard de Nerval

Neufassung unter Verwendung von Texten von Elfriede Jelinek (FaustIn and out),  Friedrich Schiller, Arthur Schopenhauer, den Prozessakten gegen Susanna Margaretha Brandt, einem Urteil des Bundesgerichtshofs und Text von Martin G. Berger

Uraufführung der Oper Gounods am 03. März 1869, Opéra, Paris (2.Fassung)

In französischer und deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Die Geschichte ist alt, und doch wiederholt sie sich immer aufs Neue: Ein abgelebter Mann hofft durch die Liebe eines jungen Mädchens die jugendliche Potenz und vor allem seine Macht auf ewig zu erhalten. Für den jungen Regisseur Martin G. Berger ist es essentiell, die Oper Faust (Margarete) auf ihre patriarchalen Muster hin abzuklopfen und den Blick auf die Rolle der Frau zu lenken. Einen ähnlichen Weg beschritt Elfriede Jelinek, als sie in ihrem Sekundärdrama FaustIn and out Goethes Urfaust einer radikalen Neudeutung unterzog: Das maskuline Gegenüber als Liebhaber, Vater, Ernährer, Beschützer und Gott in einem. Und als Lebenszerstörer.

In der Produktion des Theaters und Orchesters Heidelberg wird die französische Oper mit dem deutschsprachigen Text der österreichischen Autorin sowie weiteren Textausschnitten von Schiller, Schopenhauer, historischen Prozessakten u. a. verknüpft. Die stark emotionale Ebene der gounodschen Musik erfährt so eine Brechung durch die Reflektion des Inhaltes.

Eine Werkeinführung der Musiktheater-Dramaturgin Merle Fahrholz können Sie hier anhören.