Philharmonisches Orchester
Heidelberg
Foto Annemone Taake

Konzert

5. Kammerkonzert

Max Bruch Aus den acht Stücke op. 83 für Klarinette, Viola und Klavier
Jacques Offenbach Grand Duo E-Dur op 54,2 für 2 Violoncelli
Dmitri Schostakowitsch Klavierquintett g-Moll op. 57

»Chaos statt Musik« – unter diesem Titel veröffentlicht 1936 die Tageszeitung Prawda, Zentralorgan der KPdSU, einen Verriss der hochgelobten Oper Lady Macbeth von Mzensk. Wiederholt wird Schostakowitsch öffentlich verunglimpft. Als Feind des Volkes prangert ihn das Stalin-Regime an, diffamiert ihn als »grob, pervers und vulgär« – und macht ihn einstweilen mundtot. Doch dann greift das Prinzip »Zuckerbrot und Peitsche«. Bereits im Frühjahr 1937 wird der Gemaßregelte zum Professor für Komposition des Leningrader Konservatoriums ernannt. Und 1941 erhält er den Stalin-Preis Erster Klasse für die beste Kammermusik des Jahres. Bei dem von höchster Stelle ausgezeichneten Werk handelte es sich um das im September 1940 komponierte Klavierquintett g-Moll op. 57, das auf Wunsch des mit Schostakowitsch befreundeten Beethoven-Quartetts entstand und dessen Klavierpart der Komponist bei der Uraufführung in Moskau persönlich übernahm. Das Publikum war begeistert. Weiter stehen auf dem Programm Jacques Offenbachs Grand Duo op. 54 für 2 Violoncelli und Max Bruchs Acht Stücke op. 83 für Klarinette, Viola und Klavier – farbenreiche und rhythmisch wie gesanglich ausdrucksreiche Miniaturen, die 1909 uraufgeführt wurden.